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Frank Glaubrecht
 vom 2. Juli 2001 

 

 
 
 Die 2. John Sinclair Staffel naht. Anlässlich dieses Ereignisses habe ich mich mit Frank 
 Glaubrecht für ein Telefoninterview verabredet.....hier das Ergebnis!!
 
 Aufgrund des Aufwandes gibt es die volle Länge nur als Soundfile, die Textfassung ist gekürzt (!).

 Das Interview -  1. Teil (Frage 1 bis 5) (2.7 MB) und  2. Teil (Frage 6 bis 14) (2.7 MB)

 

INTERVIEW mit Frank Glaubrecht


1. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

 [Frank Glaubrecht] Das kommt immer darauf an was ich mache. Ich 
 mache ja nicht nur Hörspiele, ich synchronisiere auch Filme u. a. 
 Pierce Brosnan, den 007, der im nächsten Jahr wieder ein Agenten-
 film macht und ja ziemlich bekannte Stimmen wie Kevin Costner 
 und Al Pacino,  vielleicht noch Jeremy Irons zu nennen, auch ein 
 guter Schauspieler den ich sehr gern synchronisiere.

 Ja und mit dem Funk, also mit dem Sprechen von Hörspielen und 
 allen möglichen Radioarbeiten, habe ich mit 12 Jahren angefangen 
 und ist die längste Tätigkeit die ich als Schauspieler ausübe.

 Das wir jetzt Hörspiele nicht direkt für Sender produzieren, und 
 dass die nur auf CD kommen das ist ne neue Sache, und das ist 
 auch angenehm, man hat andere Arbeitsbedingungen.
 
 Es wird vom Verlag aus betreut, und wir haben soviel Zeit wie 
 wir eben brauchen, um das ordentlich zu machen.

 Die Sinclair Hörspiele machen sehr viel Spaß, dass muß ich 
 schon sagen. Ich hoffe,  falls das Publikum das weiterhin gut 
 findet, noch ein paar machen können. Wir haben 19 Folgen 
 gemacht, davon sind 6 erschienen an den anderen 13 wird 
 grade gearbeitet, ich habe meinen Part schon besprochen, 
 und diese werden dann demnächst erscheinen... 
 

 2. Wie sind sie denn zur Rolle des John Sinclair gekommen?

 
 [Frank Glaubrecht] Wenn es um Knallharte Polizisten und der 
 gleichen geht, kommen meist Anfragen bei mir, daher hat man 
 mich wohl auch für den Sinclair in betracht gezogen.


 3. Wie wird man eigentlich Synchronsprecher, lernt man das 
 auch auf der Schauspielschule?

 
 [Frank Glaubrecht] Nein das ist ne Spezialisierung. Man muss 
 wohl um Synchronsprecher zu werden Schauspieler sein. Man 
 hat Atemtechnik und Sprechtechnik gelernt, aber es gibt keine 
 direkte Ausbildung zum Synchronsprecher. Ich bin jetzt gefragt 
 worden von einem Sprachinstitut  ob ich das nicht als Sonder-
 lehrgang betreuen würde, und ich bin grade dabei das zu über-
 legen. Es ist ein Namenhaftes deutsches Institut, das in erster 
 Linie Manager und Leute die viel Reden in ihrem Beruf betreuen. 
 Die wollen einen Lehrgang einrichten - wenn ich das mache - 
 und ich bin noch am überlegen, und lass mir das Konzept noch 
 mal zeigen, und es könnte dann sein dass man dann so eine 
 Ausbildung als Synchronsprecher machen kann. In wie weit das 
 Sinnvoll ist, muß ich noch ausloten.

 Allerdings muß ich sagen es gibt viele gute Schauspieler, die 
 nicht gut synchronisieren können. Es scheint also doch noch 
 eine Spezialbegabung zu sein, und möglicherweise ist da auch 
 was dran zu erlernen. Ich muß sagen ich bin ins kalte Wasser 
 gesprungen, ich hatte keine Ausbildung dafür gehabt, mir 
 haben die 3 Jahre Schauspielunterricht gereicht, aber ich kann 
 mir Vorstellen dass man junge Menschen dafür Fördern kann. 
 

 4. Was gibt ein Regisseur bei einer Hörspielaufnahme mit, 
 damit Sie die Szene perfekt umsetzten können? 

 
 [Frank Glaubrecht] Es ist die Aufgabe des Regisseurs in erster 
 Linie, das er den roten Faden im Kopf hat. Also das er genau 
 weiß die die Szenen zusammengehören.
 

 5. Kannten Sie die Figur "John Sinclair" schon vorher? 
 [Frank Glaubrecht]
Ja sicher, ich habe das nicht als Fan gelesen, 
 aber ich habe gewußt das es das gibt. Ich hab auch mal eine 
 Geschichte gelesen, das ist allerdings schon sehr lange her.


 6. Was macht mehr Spaß die Arbeit an einem Hörspiel oder 
 Hörbuch?

 
 [Frank Glaubrecht] Das kann man so nicht sagen, dass sind 
 verschiedene Arbeiten. Wenn ich ein Hörbuch mache, wo ich 
 von vorn bis hinten alles Spreche, dann ist das meine Ureigene 
 Geschichte sozusagen, und muß sehr viel mehr von mir Einbringen, 
 und wenn ich ein Hörspiel mache, dann muß ich nur eine Figur mit
 Leben füllen.


 7. Gibt es einen Schauspieler den Sie besonders gern 
 Synchronisieren?


 
[Frank Glaubrecht] Ja, also Pierce Brosnan synchronisiere ich 
 sehr gern, und Kevin Costner auch. 


 8. Erkennt man Ihre Stimme wieder beim Einkaufen?

 [Frank Glaubrecht] Nicht so sehr, dass sind dann doch Sachen 
 die aus der Magie des Bildes entstehen. Es steht immer eine 
 Verwandlung dahinter, wenn man eine Rolle darstellt und nicht 
 sich selbst.


 9. Gibt es eine Synchronarbeit die Sie am liebsten streichen 
 würden von Ihrer Arbeit?
 
 [Frank Glaubrecht]
Es gibt dumme Filme. Es gibt eine Menge 
 Filme die mir nicht soviel Spaß machen, entweder weil mir die 
 Geschichte nicht gefällt oder langweilig Produziert wurde, oder 
 ich weiß nicht was. Es gibt halt eine Menge Filme die nicht
 so spannend sind

 
 10. Suchen Sie die Rollen selber aus wenn sie Dialogregie 
 führen?

 
 [Frank Glaubrecht] Ja ich muß dann, wenn ich Dialogregie 
 mache, auch die Rollen besetzten. Wir haben ein kleinen 
 Kreis von Schauspielern von etwa 1000 Schauspielern, die 
 sehr gut synchronisieren können die sich meist in Hamburg, 
 Berlin oder München befinden.
 
 
 11. Waren Sie auch aufgeregt als sie das erste mal 007 
 synchronisieren mußten?
 

 [Frank Glaubrecht]
Es ist schon etwas besonderes eine solche 
 Filmfigur sprechen zu dürfen. Ich war vor allem sehr gespannt wie 
 Pierce Brosnan das machen würde, er hatte ja Namenhafte 
 Vorgänger - die auch nicht schlecht waren - wenn ich das mal 
 sagen darf.
 
 Mein Vorteil war das ich Pierce Brosnan ja durch "Remington 
 Steele" aus den FF kannte, und da mußte ich nur noch nach-
 vollziehen wie er den 007 anlegt, und denn bin ich dann auch 
 gefolgt. 


 12. Sehen Sie sich auch Ihre Filme die sie Übersetzen an, 
 wenn sie fertig sind?

 [Frank Glaubrecht]
Ja sicher, irgendwann muß man das mal 
 gesehen haben, dann ärgert man sich evt. über schlechte 
 Mischverhältnisse, oder man freut sich wenn etwas gut 
 geworden ist. Öfter als 1x sehe ich etwas was ich gemacht 
 habe in der Regel nicht.


 13. Wenn Sie selber ins Kino gehen, in Filme die Sie 
 nicht bearbeitet haben, denken Sie dann "das hätte 
 ich besser gemacht"?

 [Frank Glaubrecht]
Naja es geht gar nicht mal so sehr darum 
 das man überlegt "hätt ich das besser gemacht",  sondern das 
 man genau weiß wie so etwas entsteht. Man kennt die Arbeit 
 und den Anspruch an sich selbst. Manches gefällt ein, und bei 
 manches sagt man "na da haben die haben geschludert". Das 
 ist bei allen Profis so, man hat nicht den richtigen Abstand 
 dazu. Es ist sogar störend wenn man ins Kino geht und die 
 Stimmen alle raushört, weil man ja genau weiß was die da 
 grade machen. Ich wünsche mir manchmal ich wäre genauso 
 unbefangen wie ein normaler Kinogänger- das ich das alles 
 nicht wüßte - und mich auf die Figuren besser konzentrieren 
 könnte.


 14. Welche Arbeit steht als nächstes an?
 
 [Frank Glaubrecht] Ich habe - jetzt fällt mir nicht ein wie der 
 heißt - Die nächste größere Arbeit die ich mache, ist ein 
 Kinofilm.



 
Dann bedank ich mich recht herzlich !

 [Frank Glaubrecht]
Nichts zu danken! Gern geschehen! 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 Das Interview wurde von mir (Detlef Kurtz) und Frank Glaubrecht am 2. Juli 2001 geführt.
 Ich bedanke mich rechtherzlich bei Patrick Simon (WortArt) für die Vermittlungshilfe!
 
 Das Interview ist ein Service von HörNews.de
 

                                                                            © 2001 by HörNews.de -  Detlef Kurtz - Webmaster
                                                                      
     Ins Netz gestellt am 29. Juli 2001
                                                                           


Links zum Thema


HörNews.de - John Sinclair - Die Hörspiele

www.sinclair-hoerspiele.de